Noch 22 Tage..

Hallo. Ich melde mich heute zurück aus einem sehr intensiven Wochenende. Ich habe mich ein wenig zurückgezogen und viel nachgedacht, gearbeitet und organisiert. In meinem letzten Eintrag hatte ich euch ja nebenbei von meinen geheimen Tagebucheinträgen erzählt, die ich zur Verarbeitung meiner Kindheit verfasst hatte. Ich habe mir diese Aufzeichnungen also dann doch noch einmal vorgenommen und sie gelesen. Ich hatte mir eigentlich selbst versprochen, diese Büchse der Pandora nie wieder zu öffnen, da es sonst vielleicht wieder Monster unter dem Bett gibt. Aber als ich dann darüber nachdachte und überhaupt davon gesprochen hatte, wollte ich doch sehen, wie es mir heute damit ergehen würde.

Ja, und was soll ich sagen … ein gewisses Talent zum bildlichen Beschreiben hatte ich wohl schon als 16-jähriges Mädchen. Alle Situationen tauchten plötzlich wieder auf, als wäre es gestern gewesen. Das war ein mittelschwerer Schock und ich konnte nicht alles lesen, da es mir zu sehr weh tat. Plötzlich war ich wieder dieses kleine Mädchen mit den fransigen Zöpfen und diesem Blick als wäre ich in einer anderen Welt. Meine Kindheit legte sich vor meinen Augen offen, wie ein bleischweres Skatblatt. Und erschrocken und blass habe ich die Tagebücher schnell wieder beiseite gelegt. Und dann musste ich meine Aussage zur Selbsttherapie durch das Schreiben noch einmal richtig überdenken.

Ich glaube nämlich, dass es mir damals als junges Mädchen das Leben gerettet hat und ich somit in der Lage war, einen anderen Weg zu gehen und Situationen anders aufzunehmen und zu bewältigen, als es mir beigebracht wurde. Vor allem eben, Menschen anders zu betrachten und mit ihnen umzugehen. Allein dadurch, dass ich es aufgeschrieben hatte, verarbeitete ich auf eine bestimmte Art.

Damals entstand meine Einstellung, dass alles veränderbar ist, wenn man nur unbedingt will.

Ich wollte nicht so ein Mensch werden, wie meine Eltern. Ich wollte meinen Kindern niemals seelischen oder gar körperlichen Schmerz zufügen. Für viele ist das ja natürlich selbstverständlich, aber für mich war es eine Herausforderung, da ich Liebe, Geborgenheit und Sicherheit niemals erfahren hatte. Ich kann mich noch an eine kleine Geschichte erinnern: Als meine erste Tochter geboren wurde, habe ich die Kinderärztin um ein Gespräch gebeten und unsicher und aufgewühlt habe ich sie gefragt, wie das geht – wie liebt man so ein Kind?! Und aufgeregt stellte ich zig Fragen und nachdem sie mir zugehört hatte, lächelte sie und sagte, dass ich das bereits tue. Ich liebte dieses Kind bereits. Ich war erleichtert, dass sie das so sah und gleichzeitig ängstlich, es nicht zu schaffen. Ich wollte unbedingt für dieses zarte Wesen wirklich da zu sein. Ich glaube, das habe ich geschafft.

Und heute glaube ich, dass es sehr heilend und hilfreich sein kann, wenn man sich etwas von der Seele schreibt.

Also fast automatisch fing ich an zu schreiben. Es tat ganz schön weh, kann ich nur sagen, sich alles in Erinnerung zu rufen aber vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt gekommen, um es aus heutiger Sicht neu zu beschreiben. Vielleicht hilft es mir, besser mit Situationen und Menschen umzugehen. Es sind schon ganze fünf Seiten. Ich habe am Sonntag um fünf Uhr früh Kaffee gemacht und habe einfach drauf los geschrieben. Super Zeit!;) Danach konnte ich dann doch noch ein bisschen schlafen. Bei der schieren Menge an Absurditäten und Erlebnissen – wer weiß, vielleicht wird es der Roman meines Lebens. Und auch wenn es schwer ist, so ist es doch wichtig bewusst mit der Vergangenheit umzugehen. Ich werde berichten, wie und ob ich damit vorankomme.

Und ja! Heute ist es dann auch soweit! Heute werden die letzten Mails an die Verlage versendet. Juchhu!.. Das ist so eine krass intensive Arbeit. 100 Mails an 100 Verlage. Das ist doch verrückt. So viele. Ich bin ja so aufgeregt. Und dann heißt es ab jetzt Daumen drücken. Beide bitte, wenn es geht. Und vielleicht habe ich Glück! Es wäre so super großartig. Und meine Kampagne läuft ja auch noch 22 Tage. Und wer Lust hat, der kann mich sehr, sehr gern weiterhin unterstützen! Ich würde mich riesig freuen. Eine weitere Info gibt es noch zu der geplanten Lesung in meiner alten Heimat Schwerin. Wir haben jetzt einen Termin und einen Ort gefunden. Aber davon erzähle ich euch in meinem nächsten Eintrag.

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