Hallo! Ich melde mich zurück aus der klitzekleinen kurzen Osterpause, die ich mit meiner Tochter verbracht habe. Eine Bootstour, spazieren durch Leipzig, ein kleiner Ausflug in die Umgebung, Essen und Trinken aber in der Hauptsache die Sonne genießen und miteinander reden. Das war und ist so schön! Sie ist noch zwei Tage da und ich will jeden Moment so intensiv genießen und wahrnehmen, da sie dann fortgeht und sich die Welt anschaut. Wir werden uns mindestens ein Jahr nicht sehen – Thailand, Vietnam und Australien. Krass. Ein Jahr!.. Sie hat so fleißig und intensiv dafür gearbeitet, gespart und erfüllt sich jetzt diesen Wunsch. Ich bin so stolz und freue mich auch sehr für sie. Und ich werde sie von hier aus begleiten und verfolgen, was sie erlebt. Und sie so sehr beschützen, wie meine Seele es kann.

Natürlich haben wir auch über mein Projekt gesprochen. Über meine Idee hinter der Idee. Meine Gefühle und Gedanken und was für eine Zukunft ich mir vorstelle, wie heikel und zerbrechlich alles gerade ist. Und sie war der Ansicht, dass ich dringend neue Turnschuhe bräuchte und mehr Wasser trinken sollte – mehr ist gut. Ich sollte überhaupt welches trinken.
Es ist so wunderbar, wie verstanden ich mich fühle und gleichzeitig empfinde, wie gesund unser Verhältnis zueinander ist. Mutter und Kind. Sie war erstaunt, dass ich ihr einmal zu viel zu Essen angeboten habe, das hatte ich immer geschickt vermieden, so anstrengend zu sein als Mama.

Schöne Tage.

Das Projekt also stagniert gerade. Keine einzige Spende oder Bestellung eines Dankeschöns in den ganzen letzten Tagen. Ich bin betrübt und gleichzeitig möchte ich unbedingt verstehen, woran das liegt. Sehr viele Menschen, die sich meinen Blog anschauen und sehr viele und vor allem lieben Bemerkungen dazu.

Großes Lob und keine Kritiken, weder sachlich oder unsachgemäß. Weiterhin viele Nachfragen, um genauere Informationen zu bekommen. Daumen drücken.. Glückwünsche. Ich denke nach! Sollte ich es aufgeben? Jetzt schon? Es sind noch 27 Tage.

Ich frage Freunde, was ich vielleicht falsch gemacht haben könnte.. Vielleicht die Position wechseln, das Blickfeld verschieben. Konstant weiter arbeiten und geduldig und zuverlässig sein und bleiben? Hinweise, dass es nun mal um Lyrik geht. Ich rette damit nicht die Welt beispielsweise. Ich habe ein leicht schlechtes Gewissen. Ist es etwa egoistisch, dieses Projekt? Weil es sich um meine Gedichte dreht, um meinen Lebensunterhalt, um mein Glücksgefühl? Ich schäme mich fast. Vielleicht hätte ich meine Energie wirklich lieber für etwas einsetzen sollen, das mehr an die Allgemeinheit denkt. Ich bin durcheinander, da ich ja nicht verleugnen kann, das ich diesen Traum von diesem Buch ja tatsächlich habe. Die Familie zu verbinden, diese Bilder zu meinen Worten, die kleine Geschichte meines Sohnes zu einem tiefen Gefühl, dass er das erste Mal in seinem Leben hatte damals, als er sie aufgeschrieben hat. Nur allein die Gedanken daran, dass alles, zu einem großen Ganzen werden zu lassen, lässt mich die eine oder andere Träne vergießen. Also bloßer Egoismus ist doch irgendwie ausgeschlossen. Nur der Wunsch, etwas zu verwirklichen. Nur ist falsch an dieser Stelle, glaube ich, aber es drückt etwas aus, dass meine Unsicherheit offen da legt ohne Scham.

Ich war so locker, wie eine Schneeflocke – flockig, leicht und unbeschwert.. Unbesiegbar, als ich das Projekt begonnen habe. War mir meiner Community absolut sicher! Was für ein Wort?!.. Community! Ich dachte zu diesem Zeitpunkt nicht darüber nach, was und wen ich eigentlich damit meinte. Ich kannte einfach so viele Menschen aus so vielen verschiedenen Bereichen. Überall unterschiedliche Verbindungen, die mit so vielen Geschichten und Momenten verbunden waren und selbständig voneinander unabhängig existieren. Mein soziales Netzwerk war so unterschiedlich und so groß, dass ich tatsächlich davon überzeugt war, dass es einfach nur gelingen kann. Es ist ja – ganz ehrlich gesagt – schwierig zu beurteilen, warum ich das so empfunden habe und es sich jetzt anders herausstellt. Ich überlege, ob mein Selbstbewusstsein jetzt vielleicht in den Keller gehen sollte und sich dort verschämt in eine Ecke zurückziehen sollte. Was hatte ich mir eingebildet, was vorgestellt?.. Und vor allem.. Was soll ich jetzt tun? Ich stelle schnell fest, das ich überhaupt keine Lust habe, etwas oder jemanden zu beurteilen. Das Helfen und nicht Helfen zu deuten. Das wäre unfair, vermessen und ein wenig dumm. Mich hat als Mensch immer ausgezeichnet, das ich andere akzeptiert und geachtet habe, eben und gerade auch dann, wenn ich Handeln oder Denken mal nicht verstanden habe. Deshalb habe ich ja auch diesen großen Kreis um mich herum. Kann man das so bildlich verstehen? Wenn man von einem Kreis redet, dann dreht sich alles um einen herum. Und deshalb muss man trotzdem nicht unbedingt der Mittelpunkt sein, sondern jeder innerhalb des Kreises kann mal, die Hauptrolle übernehmen.

Also habe ich jetzt eine ernsthafte Nachdenk-Aufgabe. Eine Entscheidung, die getroffen werden muss. Klug am besten und mit erhobenen Kopf. Auch scheitern gehört zum Leben. Gewinnen aber auch. Und Glück haben ebenso. Ich stelle mir vor, dass ich auf einem sinkenden Schiff sitze mit einem perfekt gekühlten Gin Tonic in der Hand. Ergebe ich mich meinem Schicksal, weil die Möglichkeiten der Rettung verschwindend gering sind und genieße immerhin noch meinen Gin Tonic oder kämpfe ich, egal wie hoch die Überlebenschancen sind?..

Ich weiß!

Ganz schön überzogen das Beispiel, viel zu überhöht und eigentlich nicht vergleichbar!

Aber, ich bin überzeugt, dass wir als Menschen immer ein wenig die Erhöhung von allem brauchen, damit wir mit unserer Einsamkeit zurechtkommen können und in unseren verträumten Realitäten nicht versinken. Unser Bewusstsein braucht die Tiefe, braucht die Seele, braucht auch manchmal gar das Unmögliche, um in unseren Möglichkeiten leben zu können. Jedenfalls ist es für mich so, denn nur auf diese Art verstehe ich das Leben und die Ausrufezeichen hinter jedem Tun und kann auch einfachere Situationen für mich veranschaulichen. Natürlich weiß ich, dass es bei dieser Kampagne nicht um mein Leben geht. Aber ich spüre doch, dass es mir wirklich wichtig ist.
Ich habe noch nicht zu Ende gedacht. Mit wehenden Fahnen untergehen oder aufgeben und neue Ideen sammeln? Ich weiß nicht. Oder geduldig, dankbar und ehrlich weiter machen?

„Betty Blue“ zum Frühstück, fast ausgelesen. P.Djian erscheint mir immer noch ebenso lässig, wie Ende der 80-iger. Verrückt, schwirrend, heiß.. 37,2 Grad am Morgen. Ich war gespannt, ob es sich noch genauso anfühlt, wie beim ersten Lesen. Eine Liebesgeschichte und ein Gesellschaftsbild einer Generation, die ruhelos auf der Suche ist, so sehr, dass sie gar nicht mehr weiß, was sie eigentlich sucht. Beängstigend und cool zugleich.

Gestern ein kleiner Ausflug nach Wurzen – ein so schönes aber irgendwie verlassenes Städtchen. Ein schlechter Ruf und der Versuch, diesen zu überwinden. In einem kostenlosen Buchregal mitten in der Stadt habe ich Nathan der Weise und zwei Bücher von Henry Miller gefunden. Ach, Henry Miller, einst ein Rebell meiner jungen Jahre. Verbotene Bücher und so frei in seinem gesamten Ausdruck. War das aufregend damals, ihn zu lesen! „Wendekreis des Krebses“, da spürte ich all seine Auflehnung und seinen unbedingten Willen, er selbst zu sein. Aber das Wichtigste war dieser große Humanismus, der unsichtbar über allem schwebte. Also sehr zu empfehlen.


Es hat etwas sehr Beruhigendes, dass einem niemals die Lektüre ausgehen wird.

Heute kommt meine Tochter für ein paar Tage zu Besuch. Ich habe sie vor ca. zwei Monaten das letzte Mal gesehen. Ich freue mich so sehr! In meiner doch manchmal sehr einsamen Welt, ist es ein Hochgenuss jemanden aus der Familie für ein paar Tage bei sich zu haben. Ich bin glücklich. Ich muss kurz darüber nachdenken. Für einen sozial so aktiven Menschen, wie mich, war es doch ein großer Schritt, die Stadt zu wechseln. Und das ist noch ein milder Ausdruck für meine Person.. sozial aktiv.. ich muss ein wenig lächeln darüber, es war geradezu Lebenselixier Freunde und Familie um mich zu haben. Alle, die mich kennen, wissen das sehr genau. Natürlich war es auch ein bewusster Schritt, um mich vielleicht selbst mehr zu finden, auch und vor allem für mein Schreiben. Vereinzelung hilft ja manchmal sich selbst näherzukommen. Ein Experiment, ein Lebensschritt, der nicht leicht ist. Allein, einen ganz einfachen Job zu finden, ist so schwer hier. Ich habe über 50 Bewerbungen geschrieben. Unfassbar, diese Zahl, in so einem relativ kurzen Zeitraum. Aber abwarten, Kopf oben behalten, die heutige Welt und ihre Mechanismen sind mir ja nicht unbekannt und zum Aufgeben gibt es noch keinen Grund. Noch schaue ich mich um, bin fasziniert und aufgeregt.

Denke viel nach über das bisherige Leben und über das, was kommen kann und soll. Ich stehe dicht bei mir, um vielleicht etwas über mich selbst herauszufinden. Also sehr große Freude.. über diesen Besuch, der alles ein wenig wärmer und weicher macht. Die Familie war da immer schon der feste Ankerplatz. Sicherheit, geliebt zu werden.. ganz als ich selbst. Das ist cool.

Und die Arbeit gilt es nicht zu vergessen. Ich werde mit meiner Tochter meine Anschreiben für die Verlage überarbeiten. Sie hat ein gutes Gespür für Sprache. Und wir werden zusammen die restlichen Manuskripte, die schriftlich versendet werden sollen, ausdrucken, eintüten und zur Post schleppen. 34 Briefe mit zum Teil über 50 Seiten Inhalt. Und eben nicht irgendein Inhalt. Ich bin stolz auf mich.. und glaube daran, Glück zu haben. Ich hoffe, dass ich Ende dieser Woche berichten kann, das alles verschickt ist. Natürlich verbunden mit seligen Ritualen und einem Glas billigen Wein, der wie Champagner schmecken wird.

Der Vergleich mit einer armen Kirchenmaus ist gerade sehr treffend und ich muss lachen über diese Begrifflichkeit. Ich hoffe, dass ich die Taler zusammen gekratzt bekomme, um diese, für mich so wichtige Angelegenheit erledigen zu können. Und ich lebe auf kleinem Fuß.. meine Turnschuhe haben Löcher. Pathetisch irgendwie, ich weiß.. Aber natürlich nicht so ernst, wie wirkliche Sorgen, die jemand haben kann. Deshalb ja, diese positive Kampagne und deshalb an dieser Stelle auch noch einmal der Aufruf! zur Unterstützung meiner Person und Idee. Noch 31 Tage! Wenn ihr alle mithelft, dann kann ich es schaffen! Und das wäre so schön!

Die Sonne scheint. Ostern steht vor der Tür und mein erschrockenes Herzchen ist wieder beruhigt. Die Wunden sind ausreichend versorgt und können heile werden, ohne das ich mich weiter darum kümmern muss. Und meine Euphorie steckt mir in den Knochen.. will hinaus.. treibt mich an und schüttet jede Menge Energie und Glücksgefühle aus. Ich weiß kaum still zu sitzen.

Heute ist wohl so ein Tag, an dem man Großes vollbringen kann.

Das Leben lieb zu haben, damit fängt es an! Gesund und munter und voller Energie und Kraft, die Welt auf den Kopf stellen. Ein interessanter Blick, alles andersherum zu sehen. Und auf jeden Fall ist heute das Glas halbvoll, leicht zu leeren und sich gleich nochmal nachzuschenken, es schmeckt so zuckersüß.

An dieser Stelle danke ich einer treuen Freundin und Leserin für die Bestellung meines Buches! Eine weitere Unterstützung! Tausend Dank und eine liebe Umarmung aus der Ferne!

Und weiter geht’s! Ich habe so Lust auf einen Kaffee in der Sonne. Es ist ruhig und friedlich und ich würde gern die Welt für einen Moment anhalten und mich dann voll ins Leben stürzen. Ich hätte Lust.. etwas zu schreiben.. einen vollkommen Satz – etwas, das ausdrückt, wie ich mich fühle. Es ist so schönes Licht. Ich denke an meine Familie und schaue mir die Illustrationen für mein Buch nochmals an. Ich liebe diese Bilder in Ihrer Ehrlichkeit und Seele. Volker ist ein so cooler Typ, er hat so viel Intuition und Herz. Ich bin stolz, dass ich seine Bilder verwenden darf. Uns verbindet etwas in Gedanken und aus tiefstem Herzen. Letzte Weihnachten hat er, jedem in der Familie ein Mandala gemalt.. für jeden ein ganz besonderes.. gemalt in den Farben, die zu unseren Persönlichkeiten passen. Ich glaube, ich habe noch nie so ein schönes Geschenk bekommen, nichts hat mich je so gerührt. Es hängt direkt über meinem Schreibtisch und jedes Mal wenn ich es anschaue, macht es mir so viel Mut!

Heute arbeite ich weiter an den Anschreiben für den Mailversand des Manuskripts und wenn ich sehr, sehr fleißig bin, dann kann es nach Ostern mit dem Verschicken losgehen. Also ran an die Arbeit – es gilt 100 Briefe zu schreiben – und glücklich zu sein! Ich wünsche Euch allen ganz, ganz schöne Ostern.. wundervolle Tage!.. und vielleicht nehmt Ihr Euch über die Tage ein wenig Zeit, denkt an mich und unterstützt mich auf meinem Weg. Das wäre ganz großartig!

Das war vielleicht ein Wochenanfang..

Durch die Beschäftigung mit den unendlichen Welten des Internets muss ich doch sagen, war ich ein wenig raus und es hat etwas weitaus größeres an Gedanken ausgelöst. Diskussionen über Kunst an sich und über Qualität von Kunst im Besonderen. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich habe tatsächlich mit Menschen, die mir völlig fremd waren anonym darüber diskutiert und das hat mich doch einigermaßen verwirrt. Ich fragte mich, ob ich naiv war und einfach so unbedarft, wie ich nun mal hin und wieder bin, hinausgestolpert bin mit meiner Idee und fröhlich glaubte.. jipiiii..so viele Menschen, die sich mit Literatur beschäftigen, sich gegenseitig helfen, da kann ich ja nur richtig sein. Ich glaube, bei so etwas wacht das Kind in mir auf und freut sich einfach ohne Hintergedanken. Aber plötzlich taten sich ganz schöne Abgründe auf. Ich war total erschrocken und der ganzen Angelegenheit überhaupt nicht gewachsen. Es prasselten Argumentationen auf mich ein, mit denen ich schlichtweg nicht gerechnet hatte.. – Du bettelst hier rum.. Deine Lyrik hat Schwachstellen bis hin zu.. Ich sehe überhaupt kein Talent.. Dann wurde auch noch die ganze Kampagne total zerpflückt. Wieso Crowdfunding, wieso nicht einfach book on demand? Warum nicht einfach ein billiges Buch selbst raus bringen? Verlagsarbeit wurde mir erklärt und schlussendlich: Du hättest wohl vorher etwas mehr nachdenken müssen..

Krass!

Erst freundliche Erklärungen meinerseits, dann doch schon Rechtfertigungen, dann schließlich Hilflosigkeit. Dann aus! Ich habe erstmal alles geschlossen, den Computer runtergefahren.. Und Ruhe!

Waren das alles Bestseller-Autoren, super Handwerker, Qualitätskontrolleure?

Wo hatte es mich hin verschlagen? Die Ruhe tat gut. Meine Gedanken wirbelten nur so durcheinander. Bestimmte Wortfetzen blieben hängen – wenn Lyrik sich mit Emotionalität vermischt passiert das auf Kosten der Lyrik – hatte jemand gewarnt. Ich glaube, es war bezogen auf die Qualität der Lyrik. Bedeutet das etwa, je weniger Gefühl ich in ein Gedicht stecke – was eigentlich unmöglich ist – dann wird es eigentlich erst gute Lyrik?

Es folgten lange Telefonate und Nachrichten mit Freunden und Familie zum Thema Qualität in der Kunst. Eigentlich war meine Ansicht darüber lange gereift, durch Lebenserfahrung gefestigt und moralisch sehr vertretbar für mich. Durch diese Anmerkungen fühlte ich mich, wie ein unreifes Kind, dem man solche Dinge – ein wenig genervt, sehr ausführlich und absolut zynisch – erklären musste. „Du bist nicht gerade ein Brecht oder Rilke.“ Hatte ich etwa vermittelt, einer von beiden oder gar beide sein zu wollen?.. Und vor allem, was hatte man vielleicht damals zu diesen beiden sagen können? Du bist nicht gerade ein Goethe, vielleicht?! Was sollten diese Vergleiche, welches Ziel sollten sie haben?

Ihr merkt schon, ich war wirklich ziemlich verwirrt! Und was mich doch sehr erschrocken hat, es landete irgendwie bei mir, verunsicherte mich in meinen Grundfesten.

Wie war denn so etwas möglich?

Aber die Familie und die Freunde halfen. Wie so oft!Es tat sehr gut, darüber zu sprechen und sich zu entknoten.

Für mich war Kunst in allen Sparten immer schon rein durch Ehrlichkeit, Notwendigkeit und ein wirkliches Gefühl gekennzeichnet. Immer dann, wenn ich glaube zu spüren, dass jemand mir und allen anderen Menschen etwas in Bildern, Metaphern, großen Geschichten über das Leben mitteilen wolle, etwas im tiefsten Inneren in ihm wohnt, was raus muss, einem Lebensgefühl entsprach und vor allem auf irgendeine Art und Weise berührte – ein Buch, das man zumacht und nicht mehr ganz derselbe Mensch ist, ein Theaterstück, ein Bild, dass unter Umständen deine ganze Weltsicht verändern kann.. Das ist doch Kunst! Notwendig, wie das tägliche Brot und subjektiv, Revolutionen hervor ruft – ganz kleine und manchmal ganz große. Etwas, das uns zusammen schweißt und uns verbindet, in manchmal nur einem Gedanken.

Bitte, wer könnte das zusammen fassen, verallgemeinern und eine Formel daraus machen? Niemand kann doch einem anderen vorschreiben, was man fühlt!

Ich habe nach und nach die Internetseiten wieder geöffnet und habe mich höflich aber auch bestimmt verabschiedet auf den meisten Seiten. Dann habe ich mir meine Kampagne noch einmal genau angeschaut und mein Manuskript nochmal komplett durchgelesen, jedes einzelne Gedicht. Und ich habe mich erinnert, wie sehr ich jedes Wort gefühlt habe. Tage, manchmal Wochen nur mit einer Idee, einer Formulierung im Kopf herum gelaufen bin, aufgeregt und aufgewühlt war, weil ich unbedingt genau den Punkt treffen wollte. Das ist manchmal emotionale Schwerstarbeit. Das ist so, als wolle man allen Menschen die Hand reichen, was schier unmöglich ist. Auch Überhöhung als Veranschaulichung der Größe der Gefühle als bindendes Glied.

Nun ja.. Und ich muss sagen, dass diese Kampagne mich auf eine Reise mitnimmt, mich verändert, meinen Willen nicht bricht, sondern stärkt. Natürlich wäre es mein Wunsch, das Geld zusammenzubekommen, um alles umzusetzen, was ich mir vorgenommen habe. Aber das allerwichtigste ist es, das die Menschen, die es sich anschauen es verstehen und mir glauben und vertrauen, dass ich es zutiefst ehrlich meine. Ich fühle tatsächlich diesen Gemeinschaftssinn.. Ich liebe tatsächlich meine Familie und ich würde es großartig finden, wenn wir uns gemeinsam ein wenig verewigen, ein bisschen zeitlos werden mit dieser Idee. Ich weiß, dass es ein Experiment ist und das es nicht lebensnotwendig ist, mir zu helfen diesen Traum umzusetzen. Und das ein Alltag, der uns so vereinnahmt, oft dieses tiefere Bedürfnis nach Sinn nicht zulässt.

Und dennoch glaube ich daran, stehe hinter meinem Projekt.. Fühle dieses große Gefühl und hoffe, das Menschen sich die Zeit nehmen und mich tatsächlich unterstützen! Aus reiner Überzeugung. Nichts ist berechnet, nichts Bereicherung. Egoismus in ausgeprägter Form ist mir fremd. Also mein großes Fazit:

Vielleicht einen Moment verweilen und sich verbinden. Alles, was ich in dieser Kampagne zusammengetan habe, liegt mir wirklich am Herzen. Also bestellt Euch eine Tüte Konfetti oder einen schönen Abend mit mir oder oder.. oder.. Die Zeit läuft! und ich bin wahnsinng dankbar..

Wow schon über 500 Besucher auf meinem Blog und fast so viele auf meiner Projektseite und 12 x unterstützt. Sehr großartig! Jedes Mal, wenn jemand mir seine Unterstützung zeigt, klopft mein Herz ein bisschen schneller und ich bin sehr erfreut und glücklich.

Das Wetter gestern war grau, kalt und nass und ich war froh, dass mir ein lieber Mensch Essen bereitet hat..ich hätte es wohl möglich glatt wieder vergessen. Computerarbeit den ganzen Tag und Glücksgefühle beim Beantworten von Mails auf Nachfragen zu meinem Projekt. Ich habe Kontakte zu Menschen, von denen ich lange nichts mehr gehört habe, sehr lange zum Teil.

Eine ehemalige Schulfreundin zum Beispiel. Wir waren, glaube ich, von der 4. bis zur 7. Klasse zusammen auf einer Schule. Und doch gibt es einen Kontakt und bis heute haben wir uns nicht ganz aus den Augen verloren und wenn mein Projekt gelingt, dann bekommt sie ein Buch von mir und wir sind weiterhin verbunden. Ist das nicht großartig!.. Ich mache eine Pause vom recherchieren und denke kurz an diese Zeit, als Schulmädchen. Inzwischen haben meine drei Kinder bereits lange die Schule verlassen. Die Pause wird einen Moment länger, da mir einiges einfällt zum Thema Zeit.

Wie viel Facetten doch so ein Leben hat. So viele Farben und alles war dabei. Auch dunkles, aber vor allem sehr viel Helles. Und dann aber weiter. Ich sehe mir Literatur- und Autorengruppen bei Facebook an und beantrage meine Mitgliedschaft und bin begeistert über die Vernetzung und Solidarität. Wie viel freiwillige Hilfe es gibt und wie wichtig Miteinander für die Menschen ist. Auch Literatur-Foren sehe ich mir an, dass Netz ist voll davon und ich frage mich, warum ich mich nicht schon vorher dort mit anderen Menschen verbunden habe. Ich ziehe den Hut vor diesen Menschen, die sich die Zeit nehmen und solche Netzwerke am Leben halten.

Alles sehr aufregend.

Aber es geht nicht nur nett zu. Manche fragen kritisch nach, was okay ist, obwohl ich zugeben muss, dass ich nicht wahnsinnig kritikfähig bin..;) aber manche sind auch unhöflich und ich habe den Eindruck, dass sie mir – obwohl sie mich nicht kennen und sich das Projekt auch gar nicht richtig angesehen haben – meine Freude nicht gönnen. Merkwürdiges Gefühl! Es waren zum Glück nur wenige, die allermeisten sind begeistert, ob sie mich kennen oder nicht. Aber nachdenken über die Anonymität im Internet und wie dann einige die, so unbedingt nötige Distanz zu anderen, gar fremden Menschen verlieren. Jetzt erlebe ich das also auch. Verschwindend gering und es steigert eigentlich nur meine Euphorie noch einmal mehr.


Dann ein tolles Gespräch mit einer meiner Töchter. Familie ist und bleibt einfach wunderbar. Hat das kleine Blümchen Mama doch ein wenig das Köpfchen hängen gelassen, so bekommt sie immer wieder frisches reines Wasser von den Kindern und richtet ihr Köpfchen wieder in die Höhe.

Das war der 5. Tag.


Und Tag 6 kann beginnen. Weiter geht’s. Heute mache ich die Veranstaltung in meiner alten Heimat fest und kümmere mich weiter um die Ansprechpartner in den Verlagen. Die Liste ist lang. Nächste Woche möchte ich die Mails rausschicken. Also noch viel Arbeit. Ich wünsche allen einen wunderschönen Sonntag. Und wünsche mir viele Gedanken, Nachrichten. Unterstützt mich bitte!

Wenn alle mitmachen! dann wird es gelingen!